Bürgermeister Pakusch informiert sich über Situation der Fitness-Studios

Rote Pfeile auf dem Boden markieren die Laufwege, Geräte sind zur Wahrung des Abstands teils gesperrt: Bürgermeister Christian Pakusch (v.li.), Wirtschaftsförderer Christian Hehnen und Sportausschussvorsitzender Sebastian Foitzik informierten sich bei Prokurist Thomas Mathes, Inhaberin Edith Gribs und deren Tochter Theresa Toellner über die Situation im Fitness- und Gesundheitsstudio Halle 22. Foto: Halle 22

„Der zweite Lockdown ist eine starke emotionale Belastung, die uns derzeit in einigen Bereichen auch an Grenzen führt, aber trotzdem haben wir weitere Pläne für das kommende Jahr“ – so fasste Edith Gribs, die Inhaberin des Willicher Fitness- und Gesundheitsstudios Halle 22, den Besuchern gegenüber die Situation des Studios zusammen.

Willichs Bürgermeister Christian Pakusch war am Dienstag (8.12.) mit Wirtschaftsförderer Christian Hehnen und Sebastian Foitzik (Vorsitzender Ausschuss für Sport und Freizeit) zu einem Erfahrungsaustausch über die Folgen der Corona-Einschränkungen ins Stahlwerk Becker gekommen. Edith Gribs, ihre Tochter Theresa Toellner und Prokurist Thomas Mathes nahmen die Besucher zu einer Besichtigung auf „Corona-Laufwegen“ im Studio mit:

Ein Teil des Hygiene-Konzeptes ist es, die Trainierenden im Einbahn-Straßensystem durch das Gebäude zu leiten, um Begegnungen zu vermeiden. Auf den Wegen und im Umkleidebereich gilt Mund-Nasenschutz-Pflicht, ein Teil der Geräte auf der Trainingsfläche ist gesperrt um Abstände zu wahren oder zwischen den Geräten in den Trainingszirkeln stehen Trennwände aus Sicherheitsglas. Außerdem wurde die Geräte- und Handdesinfektion verstärkt, die Zahl der Kursteilnehmer über ein Anmeldesystem begrenzt und es gibt eine 100-prozentige Kontaktnachverfolgung durch das Check in- / Check-out-System.

Es habe auch eine Untersuchung eines Herstellers für Belüftungstechnik gegeben, „er hat uns gesagt, dass er uns keine Verbesserung anbieten könne. Unsere Belüftungsanlage bietet mindestens sechs Mal pro Stunde einen kompletten Luftaustausch im ganzen Gebäude“, so Thomas Mathes. Edith Gribs erläuterte, dass sie seit Beginn des November-Lockdown die Beitragszahlungen ausgesetzt habe. Sie wolle nicht ihr unternehmerisches Risiko auf die Mitglieder abwälzen, habe aber die vom Bund zugesagten Entschädigungszahlung beantragt. Perspektivisch rechnet sie damit, dass sie bis zu 20 Prozent der Mitglieder erst einmal durch die große Unsicherheit in der Bevölkerung verlieren wird.

Wichtig war es den Gastgebern den Gesundheitsaspekt des Trainings zu verdeutlichen. Die Mitglieder verfolgten zu 75 % medizinische Ziele – etwa zur Bekämpfung von Schmerzen, Stress und Übergewicht sowie Bluthochdruck, Diabetes und als Ausgleich für psychische Erschöpfung. „Wir haben viele Mitglieder über 60 Jahre. Nach dem ersten Lockdown war es erschreckend zu sehen, dass viele an Kraft verloren haben“, schilderte Theresa Toellner. Viele vermissten auch den sozialen Austausch, „vor einigen Tagen ist ein über 80-jähriges Mitglied gekommen und hatte uns einen Brief zum Durchhalten in den Briefkasten geworfen“, so Edith Gribs. Im Team seien auch acht Studenten, die in dualen Studiengängen Fitness-Fachrichtungen mit Bachelor-Abschluss belegt haben, „die ziehen wir mit durch“, so Edith Gribs.

Sie baten Bürgermeister Pakusch um Unterstützung für eine möglichst baldige Öffnung der Fitness-Studios: Studien belegten die Wirksamkeit der Hygiene-Konzepte in Sportstätten. So zeige das vorläufige Ergebnis der „SafeACTIVE Study“ des Branchenverbandes mit zwei Universitäten, dass die durchschnittliche Infektionsrate bei 0,78 pro 100 000 Besuchern liege. Christian Pakusch betonte, dass die Stadt die Anordnungen des Landes umsetzen müsse. Manches sei schwer vermittelbar, aber „ich nehme die Schicksale der Bürger wahr“. Er sei dabei, einen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet zu erarbeiten, darin wolle er die Informationen aus dem Besuch einarbeiten.

Zweites Thema waren die Zukunftsperspektiven des Fitness-Studios: So ist eine befestigte Außenfläche für Outdoor-Training geplant, „wir erleben bei den aktuellen Angeboten, dass das Training draußen den Mitgliedern Spaß macht“, so Thomas Mathes. Neben dem umfassenden Sport- und Wellness-Konzept in der Halle 22 gibt es das mehr auf Sport ausgerichtete Konzept des „easyfit“ in der Engelsmühle. Dafür suche sie aktuell einen neuen Standort, weil die Räume zu klein seien. „Wir brauchen 1200 bis 1300 Quadratmeter und wollen nach unserem Bedarf bauen“, so Edith Gribs. Bei der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft im Stahlwerk Becker sei sie im ständigen Austausch mit Wirtschaftsförderer Hehnen und es scheine sich eine Lösung zu zeigen.