Heimische Stieleiche in der Grefrather Grasheide gepflanzt

Andreas Budde, Dezernent für Planen, Bauen und Umwelt, mit Ralph Merten, Hauptdezernent Bezirksregierung Düsseldorf, und Reinhard Bräutigam, untere Naturschutzbehörde Kreis Viersen. Foto: Thomas Rudlof

Der Kreis Viersen hat gemeinsam mit der Bezirksregierung Düsseldorf eine heimische Stieleiche in der Grefrather Grasheide gepflanzt. Anlass ist das Jubiläum der nordrhein-westfälischen Verwaltung für Agrarordnung, die seit 200 Jahren die Entwicklung der ländlichen Räume koordiniert. Die Landesbehörde setzt symbolisch 200 Bäume in ehemalige Flurbereinigungsgebiete ein.

Dazu gehört auch das heutige Naturschutzgebiet in Grefrath. Vor rund 20 Jahren wurde es im Zuge eines Flurbereinigungsverfahrens von der Verwaltung für Agrarordnung an den Kreis Viersen übergeben. Die zuvor landwirtschaftlich genutzte Niersniederung – insbesondere die ökologischen Kernbereiche Grasheide und Mülhauser Benden – hat der Kreis naturnah zurückgeführt. Heute werden die kreiseigenen Flächen durch ortsansässige Landwirte nach Vorgaben des Naturschutzes bewirtschaftet und gepflegt. Weitere Bodenordnungsverfahren am Oberlauf der Niers zugunsten der Viersener Naturschutzgebiete Salbruch und Fritzbruch ergänzen die Flurbereinigung in Grefrath.

Mit der Zeit haben sich in den Bereichen wieder zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. “Die Niersniederung ist ein gutes Beispiel einer gelungenen Flurbereinigung. Denn für den Naturschutz spielt die Verfügbarkeit von Flächen eine zentrale Rolle – vor allem bei der Realisierung großer Projekte wie Artenschutzgewässer”, sagt Andreas Budde, Dezernent für Planen, Bauen und Umwelt des Kreises Viersen. Reinhard Bräutigam von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen ergänzt: “Heute brüten in der Grasheide unter anderem wieder rund 76 zum Teil seltene Vogelarten. Das ist für uns Ansporn, weiter nach Möglichkeiten zu suchen, Schutzgebiete zu vergrößern.”

Dabei wird der Kreis unterstützt von der nordrhein-westfälischen Verwaltung für Agrarordnung. Sie vermittelt bei großen Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- oder Deichbau oder Projekten für den Natur- und Gewässerschutz. “Der Flächenbedarf im dicht besiedelten NRW ist hoch, und nur durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten schaffen wir es regelmäßig, einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Nutzungsinteressen herzustellen”, sagt Hauptdezernent Ralph Merten von der Bezirksregierung Düsseldorf.

Hintergrund:
Seit ihrer Gründung am 25. September 1820 durch Friedrich Wilhelm III. von Preußen ist die nordrhein-westfälische Verwaltung für Agrarordnung mit ihren Bodenordnungs- und Förderinstrumenten treibende Kraft zur Entwicklung der ländlichen Räume unseres Landes.
Ein ursprünglich für den Oktober geplanter Festakt zu ihrem 200-jährigen Jubiläum wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Stattdessen werden zur Würdigung ihres Wirkens landesweit 200 Bäume im Zusammenhang mit Flurbereinigungsverfahren gepflanzt. Mehr unter www.umwelt.nrw.de/landwirtschaft/laendliche-raeume/bodenordnung/200-jahre-verwaltung-fuer-agrarordnung-in-nrw