Nettetaler Heimatpreis für besonderes Engagement vergeben

Die Corona-Pandemie erschwert seit März den Alltag auch in der Stadt Nettetal. Umso erfreulicher sind die Aktivitäten der Preisträger des diesjährigen Nettetaler Heimatpreises. Unter dem Motto „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet” hat das Land Nordrhein-Westfalen ein Programm zur Heimatförderung ins Leben gerufen. Es soll das lokale Engagement von ehrenamtlich Tätigen würdigen.

Aus insgesamt elf Vorschlägen wählte die Jury, besetzt mit Personen aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens aus Nettetal, letztlich drei Gewinner aus. Da bei der Verleihung des Heimatpreises aufgrund der Pandemie auf eine offizielle Feier verzichtet werden muss, überbrachte Bürgermeister Christian Küsters vor den Weihnachtstagen die Glückwünsche direkt vor Ort – und machte sich gleichzeitig ein Bild von den unterschiedlichen Aktionen, die bei der zweiten Auflage des Heimatpreises prämiert wurden.

Mit dem dritten Platz und einem Preisgeld von 1.000 Euro ausgezeichnet wurde der Verein „Kaldenkirchen Aktiv”, der die Jury mit seinen Aktivitäten in der Weihnachtszeit überzeugte. Das Projekt umfasst die besondere Gestaltung der Adventszeit in Kaldenkirchen mit jährlich wechselndem Motto, darunter die Adventsbeleuchtung, ein lebendiger Adventskalender, Krippenspiele oder Holzhäuschen in der Fußgängerzone. Die Erlöse des Lichterfests werden dabei regelmäßig gespendet. Zwar mussten die Kaldenkirchenerinnen und Kaldenkirchener in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie auf das ursprünglich geplante Lichterfest in der Fußgängerzone verzichten, nicht aber auf die erneut ansprechende und einfallsreiche Weihnachtsbeleuchtung. Die sorgte, auch wenn das geschäftige Treiben ausfiel, für Wärme und Besinnlichkeit in dieser ungewöhnlichen Zeit.

Mit dem Bau und der Unterhaltung eines Backhauses in alter Tradition ging der zweite Preis an den Landschaftshof in Baerlo. Die Arbeitsgemeinschaft Biotopenschutz und das emsige Team des Landschaftshofes schufen dabei neben dem eigentlichen Bau des Backhauses ein ganzheitliches Konzept als Ergänzung zum Schulstoff. Gefördert wurde das Backhaus durch den Heimatscheck der Bezirksregierung Düsseldorf, die Planung und Herstellung erfolgte durch Mitglieder der AG Biotopschutz. Auch sonst freuten sich die Initiatoren über zahlreiche Spenden: das Fachwerk stellte die Handwerkskammer Aachen – BGZ Simmerath, zur Verfügung, Lehm und Lehmbaustoffe stammen von der Firma Claytec, die Dacheindeckung übernahm die ortsansässige Heurs GmbH & Co. KG.

Zudem unterstützten Uwe Schummer MdBDr. Markus Optendrenk MdL und Angela Wegers das Projekt mit Geldspenden. Der Aufbau sowie die Ausfachung wurden schließlich durch die Mitglieder der AG Biotopschutz unter Mithilfe der Gemeinschaftsgrundschule Breyell – Schaag ausgeführt. Das bereits zweite Häuschen dieser Art (Schutzhütte aus dem Jahr 2018, fertiggestellt 2019) dient ebenso als außerschulischer Lernort und ist beispielhaft in der Region. Auch für (lern-) behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene soll das Backhaus ein Ort zum Zusammentreffen, Austausch und Erleben sein. Das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro investiert der Landschaftshof Baerlo in das Projekt.

Gewinner des diesjährigen Heimatpreises ist ein gemeinsames Projekt der Nettetaler Tafel sowie der Nettetaler Hilfsorganisation Human Plus. Nachdem die Tafel zu Beginn der Corona-Pandemie im März ihre Lebensmittelausgabe schließen musste, da zum einen zu wenig Lebensmittelspenden für bedürftige Familie ankamen und dort zum anderen viele Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf tätig sind, schlossen sich die Tafel und die Nettetaler Hilfsorganisation Human Plus zu einem besonderen Projekt zusammen. Mit Hilfe von Sponsoren wurden Barmittel von über 30.000 Euro sowie Sachspenden im Wert von fast 46.000 Euro akquiriert. Human Plus organisierte rund 30 Helferinnen und Helfer, die in Zusammenarbeit mit der Nettetaler Tafel in der Zeit des Lockdowns von März bis Mai die Menschen im Stadtgebiet versorgten. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag wurden in den Hallen von Human Plus in Lobberich Boxen gepackt und in den Nachmittagsstunden unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen bis zur Haustüre gebracht und an die Bedürftigen verteilt. Insgesamt unterstützten die Nettetaler Tafel sowie Human Plus während des Lockdowns 350 Familien. Besonderen Anteil an der finanziellen Spenden hatte dabei die Familie Uwe Schmitz von der Frankonia Eurobau AG aus Hinsbeck. Ihnen dankten Anestis Ioannidis, Vorsitzender von Human Plus sowie Michael Althoff von der Nettetaler Tafel ganz besonders. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro stellte Ioannidis der Tafel in voller Höhe zur Verfügung.

Bürgermeister Christian Küsters zeigte sich von allen Projekten beeindruckt und sprach den Initiatoren seinen Dank aus: „Bereits zum zweiten Mal beweist der Nettetaler Heimatpreis, wie vielfältig und vorbildlich das Engagement ehrenamtlich Tätiger in unserer Stadt ist. Sie unterstützen auf vielfältige Art und Weise ihre Mitmenschen und tragen erheblich zum Gemeinwohl bei. Sei es die besinnliche Adventsbeleuchtung in Kaldenkirchen, das Backhaus als Erlebnislernort auf dem Landschaftshof oder die direkte Hilfe bedürftiger Menschen mit Lebensmitteln – die Ideen und die Tatkraft aller Preisträger sowie der weiteren eingereichten Vorschläge zeigen, wie gut das Ehrenamt und ein gemeinsames Miteinander funktionieren können.”