Willich: CDU, SPD und FPD fordern Workshop für bezahlbaren Wohnraum

„Wir müssen unsere Aktivitäten und Pläne für mehr bezahlbaren Wohnraum in der gesamten Stadt Willich besser koordinieren und voranbringen“, sagt FDP-Fraktionschef Karl-Heinz Koch und verweist dabei auf einen entsprechenden Antrag seiner Partei zum Haushalt 2021. Auch die CDU-Fraktion unter Leitung von Dr. Paul Schrömbges hat sich im Rahmen der anstehenden Diskussion um die Wohnungsbauförderung mit einem eigenen Antrag dafür ausgesprochen, ein Wohnungsangebot zu entwickeln, das für Alleinlebende, Paare und Familien Wohnraum zur Anmietung bereitstellt, der für niedrige Einkommensverhältnisse ohne Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein bezahlbar ist. Die SPD möchte die Mieten für einige Wohnungen in der Stadt Willich deckeln und freiwerdende Flächen, wie z. B. an der Moltkestraße, frühzeitig für den Wohnungsbau planen und entwickeln.

Es gibt also genügend Gesprächs- und Handlungsbedarf in Bezug auf die Ausrichtung des Wohnbaubedarfs, gerade für Wohnungssuchende mit knappem Budget. Aus diesem Grund haben sich FDP, CDU und SPD nun auf die Einrichtung eines gemeinsamen Workshops verständigt und auch die Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen und FürWillich sollen in die Diskussionen eingebunden werden. Neben den Fachleuten aus der eigenen Verwaltung soll vor allem die Expertise von externen Spezialisten zu einer strategischen Neuausrichtung des Willicher Wohnungsbaus beitragen.

Auf die Frage, welche Handlungsfelder von politischer Seite gesehen werden, antwortet Karl-Heinz Koch stellvertretend: „Wir müssen prüfen, welche kommunalen Grundstücke noch zu Bauland entwickelt werden können. Auch bauliche Nachverdichtungen müssen eine Option sein, ohne dass unsere Stadt an Identität verliert. Wenn es darum geht, sozial stabile Bevölkerungsstrukturen oder Eigentumsbildung für weite Kreise der Bevölkerung zu schaffen, dann sollten auch Vorkaufsrechte für die Entwicklung von Wohnraum aktiviert werden. Weiterhin könnten private Grundstücke im Erbbaurecht für den Wohnungs- und Hausbau vergeben werden. Ebenso müssen wir eruieren, wie wir möglichst Fördergelder für den Wohnbau generieren können, sofern die Stadt Willich als Bauherr auftritt und damit dauerhaft Einfluss auf Mietpreise und die Belegung der Wohnungen hat. Wichtig ist, dass Staat, Kommune und private Akteure an einem Strang ziehen.“

Abschließend verweist Koch auf vier Modelle, die sich bisher in der Praxis bewährt haben und die es zu beleuchten gilt. Zum einen sind diese die Wohnungsbaugenossenschaften und zum anderen Baugemeinschaften. Hier errichten private Einzeleigentümer gemeinsam Mehrfamilienhäuser und setzen so ihre individuellen Vorstellungen des Zusammenlebens um. Auch klassische Investoren sollen mit staatlicher Förderung auf Grundlage städtebaulicher Verträge zum Zuge kommen. Die vierte Möglichkeit zur Einbindung privater Investoren sind Mitarbeiterwohnungen. Die Stadt könnte hier neben Unternehmen vor allem für ihre Bediensteten bezahlbaren Wohnraum sichern. Koch dazu: „Wir wachsen vor allem im sozialen Bereich und haben zum Beispiel bei den Kitas und den Schulen hohen Bedarf an qualifizierten Mitarbeiter*innen. Diese kommen eher nach Willich, wenn das Wohnungsangebot stimmig ist.“