Klosterwäldchen: Dirt-Bike Anlage muss abgebaut werden

Foto: Friedrich Tepper

Alle Beteiligten bedauern es, aber die eindeutige rechtliche Lage ist eindeutig und lässt keine andere Lösung zu: Die vielgenutzte Dirt-Bike-Anlage im Schiefbahner Klosterwäldchen muss abgeräumt werden. Über Jahre hatten sich dort Kinder und Jugendliche getroffen, hatten das Wäldchen zu einem Parcours umgebaut, in dem man sich mit Dirt Bikes (stabile Mountainbikes, eher Sportgeräte als Fahrräder, wegen Bauart, Bereifung und unter anderem aufgrund entsprechender Federung für unwegsames Gelände und Sprünge geeignet) austoben konnte.

Rechtlich ist das Ganze nicht nur problematisch, sondern schlicht unmöglich: Da es sich bei dem Wäldchen in der Nähe des St. Bernhard-Areals qua Definition um einen „geschützten Landschaftsbestandteil“ handelt, gelten wie der Name schon sagt hohe Schutzauflagen, und so muss die Anlage abgeräumt werden. Ganz abgesehen davon, dass die Stadt das Ganze sowieso nicht dulden darf: Wenn sich jemand dort (auf dem Rad oder auch als Spaziergänger) verletzt, haftet die Stadt als Eigentümer der Fläche schon allein im Blick auf die sogenannte „Verkehrswegesicherungspflicht“

Also muss die Anlage abgeräumt werden: Alle Rampen, Holzein- und Aufbauten werden entfernt, “Erdbauarbeiten” (Rampen, Sprungschanzen, Gräben) mit Baggern baumschonend abgebaut und eingeebnet; angesägte, angehackte und deswegen nicht mehr standsichere Bäume müssen gefällt werden, an Baumstämmen herausstehende Nägel, Schrauben und anderes werden entfernt– und nach der Abräumaktion wird das Areal aufgeforstet.

Das alles geschieht in Kürze – und natürlich sehr zum Ärger der jugendlichen Nutzer, die zum einen in den letzten Jahren viel Arbeit investiert und vor allem jede Menge Spaß an der Anlage haben. Ihren Unmut haben sie auch schon artikuliert und unter anderem Bürgermeister Christian Pakusch über die sozialen Netzwerke auf das Thema angesprochen. Auch der bedauert das Ganze, ist aber als Chef der Verwaltung natürlich erst recht an Recht und Gesetz gebunden – und hat den Dirt-Bikern perspektivisch Hoffnung gemacht:

In Zusammenarbeit mit Schiefbahner Sportvereinen wird derzeit an einem Konzept gebastelt, eine „offizielle“ Anlage in der Nähe Schiefbahner Sportplatzes entstehen zu lassen. Ob in städtischer Trägerschaft oder eben in Zusammenarbeit und Trägerschaft mit einem Sportverein, wird derzeit noch (auch anhand der Erfahrungen anderer Kommunen) eruiert. Auf jeden Fall hat Pakusch die Jugendlichen ermutigt, sich schon beim Planen der Anlage einzubringen und das Projekt „Dirt-Bike-Anlage“ von Anfang an mit zu begleiten: „Ich habe großes Verständnis für den Frust – es ist aber einfach nicht zu ändern. Aber ich kann versprechen, dass wir kurzfristig, möglichst noch in diesem Jahr, Ersatz schaffen werden – und würde mich wirklich sehr freuen, wenn die Kids als spätere Nutzer sich wirklich bei der Planung einbringen. Mein Tür steht nicht nur in den sozialen Netzwerken jederzeit offen.“

Die rechtliche Lage:

  • Das Betreten städtischer Waldbestände zum Zwecke der Erholung ist nach dem Bundeswaldgesetz mit Ausnahme besonders geschützter Bereiche (Naturschutzgebiete, Aufforstungen, etc.) generell gestattet.
  • Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr – insbesondere in Blick auf „waldtypische Gefahren“ (Astausbrüche, herausstehende Wurzeln, etc.)
  • Radfahren und Reiten ist nur auf Straßen und Wegen zulässig.