“Du hast es in der Hand – besser nicht!” Kampagne für mehr Radfahrsicherheit ohne Mobiltelefon

Auftakt vor der Realschule an der Josefskirche in Viersen. Mit Abstand - aber voll bei der Sache. Neben Landrat Dr. Andreas Coenen (2.v.l.) war auch der Leiter der Direktion Verkehr, Polizeirat Peter Tillmanns, dabei. Und natürlich haben sich die Initiaoren der Kampagne auch gefreut, dass es jetzt endlich soweit ist. Foto: Polizei

Vor fast genau einem Jahr sollte die Kampagne “Du hast es in der Hand – besser nicht!” im Kreis Viersen starten. Corona machte es unmöglich.

Überlegungen zur Verschiebung ergaben, dass grundsätzlich die Zeit zwischen März und den Sommerferien die beste ist, um möglichst viele Rad fahrende Schülerinnen und Schüler im Kreis zu erreichen.

Anfang der Woche startete die Aktion in Viersen. Anschließend wird die Kampagne in Willich, Kempen und Nettetal fortgesetzt. Diese vier Städte sind immer noch am stärksten von Unfällen mit Rad fahrenden Kindern und Jugendlichen betroffen – auch wenn das Gesamtniveau in den letzten Jahren kreisweit zum Glück sinkt. Im Jahr 2016 war der Kreis Viersen derjenige Kreis im Land, in dem es – gemessen an der Bevölkerungszahl – für junge Radfahrerinnen und Radfahrer das höchste Risiko zu verunglücken gab.

Polizeibeamte aus dem Wach- und Wechseldienst der Polizeiwache Viersen haben in ihrem Dienst die Beobachtung gemacht, dass gerade Jugendliche häufig auf dem Fahrrad ein Handy in der Hand haben.

Sie stellten sich die Frage, wie die Polizei gerade die jungen Menschen erreichen kann, um dieses Verhalten zu verändern. Herausgekommen sind der Slogan “Du hast es in der Hand – besser nicht!” und die dazugehörige Kampagne.

Mit Unterstützung durch die Mediendienste des Landesamts für Ausbildung und Fortbildung der Polizei ist ein Videoclip entstanden, der eindringlich zeigt, wie leicht ein Handynutzer auf dem Fahrrad in einen Unfall verwickelt werden kann, während er aufs Display schaut – selbst, wenn er den Unfall gar nicht selbst verursacht hat.

Eine Auftaktveranstaltung, wie sie ursprünglich mit den Schülerinnen und Schülern der Realschule an der Josefskirche in Viersen geplant war, konnte leider nicht stattfinden. Dort sollten die jungen Leute gefahrlos an einem Simulator erleben, was sie alles nicht sehen, wenn sie aufs Handy statt auf die Fahrbahn schauen. Außerdem waren Gespräche mit dem Landrat als Initiator der Kampagne, den vier Ideengebern und Verkehrssicherheitsberatern der Polizei geplant.

Das alles sollte die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass nacheinander bis zu den Sommerferien in den vier Städten Viersen, Willich, Kempen und Nettetal Plakataktionen der Kampagne stattfinden werden.

Da aber die Schulen geöffnet sind und die Schülerinnen und Schüler deshalb mit ihren Rädern unterwegs dorthin und von dort nach Hause sind, wollte die Polizei Viersen die Kampagne nicht um ein weiteres Jahr nach hinten schieben.

So haben Landrat Dr. Andreas Coenen und die vier Initiatoren der Kampagne Videobotschaften verfasst, die gemeinsam mit dem Kampagnen-Videoclip und weiteren Informationen auf unserer Internetseite unter https://viersen.polizei.nrw/du-hast-es-in-der-hand-besser-nicht abgerufen werden können.

Außerdem stehen die Verkehrssicherheitsberater der Polizei Viersen bereit, um in den von ihnen betreuten Schulen über die Hintergründe der Kampagne zu informieren. Über sie können die Schulen auch Plakatmaterial bekommen, falls sie das Thema gezielt im Unterricht vertiefen wollen.

Zum Auftakt an der Realschule an der Josefskirche waren mit dem gebührenden Abstand auch die stellvertretende Schulleitung Anne Helgers sowie die Siebtklässler Janik und Alexia gekommen. Die Schülerin und der Schüler werden das Thema in ihre Klassen tragen können. Sie waren auch beide vorbildlich ohne Handy mit ihren Fahrrädern unterwegs.