GRÜNE Willich: Corona-Modellprojekt richtig angehen

Die Diskussion im Kreis Viersen rund um die Positionierung als Corona-Modellregion sehen die Willicher GRÜNEN im Grundsatz positiv. Hiermit ist die landesseitige Erlaubnis gemeint, trotz Inzidenzwerten von über 100 mittels Schnellteststrategie geschäftliches und soziales Leben zuzulassen. Sie befürchten aber, dass das Land den Kreis und damit den neuen Sozial- und Gesundheitsdezernenten ohne wissenschaftliche Begleitunguntersuchungen und ausreichende Unterstützung alleine lässt.

„Das wäre ein risikoreicher Umgang mit zum einen der Gesundheit und zum zweiten der wirtschaftlichen Existenz. Dabei kann die genaue Analyse uns hilfreiche Informationen liefern, wie man in der Pandemie aus dem ständigen Wechsel zwischen Öffnen und Schließen herauskommen kann“, sagt das GRÜNE Kreistags- und Gesundheitsausschussmitglied Eib Eibelshäuser aus Anrath.

Ohne klare Linie ist für die GRÜNEN zudem die Auffassung der Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, die noch im Februar dem Rat der Stadt Willich mitteilte: „Nur wenn ein konkreter Anlass besteht (bzw. Kontaktperson, Symptome) macht eine Testung Sinn. Die vorgeschlagene Testung ist nicht zielführend, da ein negatives Schnelltestergebnis nicht bedeutet, dass jemand auch mit einem PCR-Test tatsächlich negativ getestet wird. Hierdurch entstünde allenfalls eine falsche Sicherheit in der Bevölkerung.“ Diesbezüglich wirkt die Neubewertung der Amtsleitung hin zur Stützung der Initiative aus Politik und Kreisspitze, Corona-Modellregion zu werden, und Annäherung an die Position der GRÜNEN gleichermaßen überraschend wie erfreulich.

„Leider ist hier wertvolle Zeit bereits verstrichen: Wir haben explizit – wie die Kanzlerin jetzt – bereits damals Tübingen und Rostock als Vorbilder benannt und einen Willicher Weg der Schnellteststrategie beantragt, der leider von CDU, SPD und FDP abgelehnt wurde. Das war unangemessen und verunsicherte die Bevölkerung nur unnötig zusätzlich. Positiv ist, dass es jetzt voran geht – das Corona-Schnelltestzentrum der Malteser auf dem Jahnplatz in Schiefbahn beispielweise ist überaus gelungen“, so die Ortsverbandsvorsitzende und Kreisvorstandsmitglied Claudia Poetsch.

Für die GRÜNEN in Willich ist Teil einer klaren Coronapolitik, dass der Kreis rasch und zielführend in eine ebenso effektive wie datenschutzrechtlich saubere App-Lösung für Einzelhandel, Gastronomie und das Testen mit Tagesticket einsteigen muss. Die Schulen und weitere soziale Einrichtungen sollen dann in gleicher Weise dazukommen. Die Partei wird hierzu über ihre Kreistagsfraktion sowie Gespräche mit der Verwaltungsspitze aktiv werden.