Tönisvorst blüht auf

Zirka 79 Fußballfelder werden täglich in Deutschland als Siedlungs- und Verkehrsfläche neu ausgewiesen. Nicht identisch, aber entsprechend hoch ist die Flächenversiegelung – mit allen Negativfolgen für den Wasserhaushalt sowie die Lebensräume von Tieren und Pflanzen.

Auch wenn begrünte Dächer oder Fassaden kein Ersatzlebensraum mit gleicher Artenvielfalt natürlicher Pflanzengesellschaften sind, können sie die stadtökologischen Verhältnisse verbessern: Für den Menschen beispielweise deutlich spürbar durch den angenehmen Abkühlungseffekt in heißen, trockenen Sommern – wie sie in den vergangenen drei Jahren auftraten. Gleichzeitig fangen sie Niederschlag auf und tragen so zu einem Ausgleich des Wasserhaushalts bei.

Genau diese Verbesserungen sind unter anderem Ziel des städtischen Förderprogramms „Tönisvorst blüht auf“, das im Rahmen eines 10- Punkte-Programms zum ausgerufenen Klimanotstand von der Verwaltung erarbeitet wurde – und mit dem auch Zisternen oder kleine Teiche zur Rückhaltung von Niederschlagswasser finanziert werden können

„Wir alle stehen im Bann der Corona-Pandemie, was nur natürlich ist. Darüber aber dürfen wir nicht vergessen, dass das Weltklima zunehmend aus dem Gleichgewicht kommt und uns nicht mehr viel Zeit bleibt, gegen zu steuern. Von daher freue ich mich, dass wir jetzt diesen ersten Schritt in die richtige Richtung gehen“, so Bürgermeister Uwe Leuchtenberg angesichts des grünen Lichtes aus dem vergangenen Hauptausschuss für dieses Förderprogramm.

Was genau wird von der Stadt gefördert?

  • Dachbegrünung mit maximal 2.000 Euro
  • Fassadenbegrünung mit maximal 1000 Euro
  • Innenhofbegrünung (mit mindestens drei Wohneinheiten und zwei Vollgeschossen) mit maximal 2.500 Euro
  • Vorgartenbegrünung und Schottergartenentsiegelung maximal 2.500 Euro
  • Flächenentsiegelung mit maximal 3.000 Euro
  • Baumpflanzungen oder Pflanzung Obstbaumhochstämme maximal 500 Euro pro neugepflanztem Baum oder Obstbaumhochstamm
  • Umwandlung Zierrasen in Wildblumenwiese durch Förderung der Ausgaben für Saatgut
  • Erstausstattung Urban Gardening mit maximal 50 Prozent der Erstanschaffungskosten für zum Beispiel Werkzeuge, Wasserbehälter, temporäre Gerätekisten oder Gerätepavillions.

Wer kann einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind sowohl Eigentümer und Eigentümergemeinschaften (privaten wie gewerblich) als auch Pächter, Mieter oder Mietergemeinschaften mit Zustimmung des Eigentümers. Antragsteller bekommen einmalig einen Zuschuss zu den tatsächlichen Gesamtkosten ihrer Maßnahme beziehungsweise konkret: zu den zuwendungsfähigen Gesamtausgaben (einschließlich Mehrwertsteuer).

Wie läuft die Antragstellung?

Die Verwaltung wird das erforderliche Antragsformular auf der Internetseite der Stadt zur Verfügung stellen. Der Termin wird noch offiziell bekannt gegeben. Weitere Infos zu dieser Förderung gibt es bei der Abteilung Planung und Umwelt unter 02156/999-404 oder norbert.bing@toenisvorst.de.