Viersen: CDU Fraktion enttäuscht über digitale Konzepte der Stadtverwaltung

Nachdem Bürgermeisterin Sabine Anemüller wiederholt das Thema Digitalisierung zur Chefinnensache erklärt hat, zuletzt noch auf dem Neujahrsempfang der Stadt, hat die Verwaltung nun zwei Konzepte der Digitalstrategie vorgelegt. Die Konzepte, die ursprünglich im Ausschuss für Bauen, digitale Entwicklung und Infrastruktur hätten beraten werden sollen, umfassen zum einen die sich durch die Digitalisierung verändernden Abläufe innerhalb der Stadtverwaltung und zum anderen die möglichen Veränderungen für das Stadtgebiet als solches.

CDU Ratsherr Jan Winterhoff, Sprecher der Fraktion im Ausschuss und stellvertretender Vorsitzender, zeigte sich enttäuscht vom Inhalt der Konzepte. „Grundsätzlich begrüßen wir natürlich, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit diesem zukunftsweisenden Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Dennoch fehlt es hier an Maßnahmen, klaren Zielen und einer Vision, wo und wann die Digitalisierung in naher Zukunft Verbesserungen bringen soll. Dabei ist das Thema perspektivisch auch in Sachen Attraktivitätssteigerung als Arbeitgeber ein wichtiger Meilenstein“

Neben der Einführung eines digitalen Rechnungseingangsworkflows innerhalb der Verwaltung, wird auch vorgeschlagen, ein sogenanntes „Labor“ zum Ideen- und Gedankenaustausch einer „Digitalen Stadt“ zu initiieren. Leider ohne Zeitschiene und konkrete Zielsetzung. Niklas Vath, CDU-Ratsherr aus Süchteln, merkt an: „Für den Bürger muss erkennbar sein, dass nun die Digitalisierung in der Praxis umgesetzt wird. Möglichkeiten, die sich in anderen Kommunen bewährt haben, sind vorhanden: WLAN an öffentlichen Plätzen und in den Innenstädten, Ausweis-Abholterminal zur kontaktlosen Abholung von Dokumenten, digitale Sprechstunden z.B. zur Vorbesprechung von Bauanfragen oder Anträgen. Auch eine Viersen-App wäre ein hilfreiches Werkzeug, um Dienstleistungen, Terminvereinbarung sowie Kommunikation z.B. Ideen-/Beschwerden digital zu bündeln und zusätzlich mit den Bürgern zu interagieren.“

„Es scheint für uns so, als fehle hier der eindeutige Umsetzungswille und auch Mut, die städtische Digitalisierung voranzutreiben, welche in der jetzigen Corona-Pandemie eine erhebliche Bedeutung erhalten hat,“ so Jan Winterhoff weiter. Die beiden Ratsleute haben dabei eine eindeutige Vorstellung: „Digitale Strukturen werden nicht nur dem Bürger helfen, sondern werden sich bei der chronologisch gewachsenen dezentralen Struktur unserer Verwaltung positiv auf die Arbeitswelt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirken, wenn man nun die große Wende einläutet. Dabei soll die Verwaltung unserer Ansicht nach auch extern von Profis unterstützt werden. Dass wird es dem Rat und auch den Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sicherlich wert sein.“