Nettetal: Familienbüro – Stabstelle mit besonderem Spirit

Foto: Stadt Nettetal

Das Nettetaler Familienbüro ist das „Kompetenzzentrum mit Rat und Tat für Familien“. Mit diesem Anspruch startete die Anlaufstelle 2012 ihren Einsatz für Kinder, Jugendliche und Familien. Beate Lorenz (56), zuständig für Frühe Hilfen und Jugendamts-Mitarbeiterin der ersten Stunde, nennt ein aktuelles Beispiel: „Eine junge Familie zieht mit ihrer zweijährigen Tochter von Berlin nach Nettetal und fragt uns sehr kurzfristig nach einer Kita-Unterbringung. Binnen weniger Tage können wir einen geeigneten Platz anbieten.“

Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die Arbeit des Familienbüros. Unbürokratisch, pragmatisch und schnell versuchen die sechs Mitarbeitenden, den Familien passgenau ein Angebot zu machen. Das Team des Familienbüros bei der Stadt Nettetal geht seit 2021 umso motivierter ans Werk, als mit dem Ladenlokal Am Bongartzstift 9 in der Lobbericher City ein attraktiver Treff bezogen wurde, der dem Familienbüro noch mehr Profil gibt. Beate Lorenz beschreibt ihre Tätigkeit bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsangeboten mit einem Puzzle aus 500 Teilen. „Wir vermitteln rund 500 Kinder pro Jahr. Manchmal braucht es Geduld, bis alle Teile an ihrem Platz liegen. Aber meistens klappt es auf Anhieb mit der Wunsch-Kita.“

Mirka Pütz von der Fachberatung Kindertagespflege berichtet, dass auch bei der Vermittlung von Tagesmüttern beziehungsweise -vätern ein glückliches Händchen gefragt ist. „Ist die Person als Tagesmutter oder Tagesvater geeignet? Stimmt die Chemie zwischen der Tagespflegeperson mit Kind und Eltern? Wie sehen die wohnlichen Verhältnisse bei der Tagespflegeperson aus?“ Das sind Fragen, so die 40-Jährige, die es gewissenhaft abzuklopfen gilt, damit es am Ende eine Win-win-Situation für beide Seiten wird.

Ein Herzstück des Familienbüros sind die sogenannten Willkommensbesuche. Kurz nach der Geburt eines Kindes melden sich die Mitarbeitenden des Familienbüros bei den Eltern, besuchen – sofern Corona dies zulässt – die Familie, überreichen eine Begrüßungstasche und schnüren zusammen mit der Familie ein ganzes Bündel an Ratschlägen und ToDo-Hinweisen. „Wir kommen locker auf 400 solcher Gespräche pro Jahr“, berichtet Beate Lorentz mit Blick auf wachsende Kinderzahlen in Nettetal.

Eine solch herzliche Begrüßung entspricht der Philosophie des Familienbüros. „Unsere Botschaft lautet: willkommen in Nettetal“, sagt Heiko Brodermann. Der städtische Jugendhilfeplaner und Sachgebietsleiter sieht diese Botschaft im neuen Anlaufpunkt am Bongartzstift mit all seiner Transparenz, der modernen Arbeitssituation, dem eleganten Interieur und dem einladenden Charakter gestärkt. „Wir helfen, wir sind da – dieser Gedanke pflanzt sich in Nettetal fort“, so der 50-Jährige.

Dazu gehört, auf besondere Herausforderungen gute Antworten zu finden. So ist im Familienbüro das Modul Familien-Krankenschwester entwickelt worden. „Das rührt daher, dass es in der Nachsorge einen Mangel an Hebammen gibt“, beschreibt Beate Lorenz. In einem Netzwerk mit den drei Kinderärzten in der Stadt ist es dem Familienbüro gelungen, Engpässe bei der Nachsorge zu vermeiden. „Das ist unser Baby“, sagt Beate Lorenz. Oder, wie Heiko Brodermann es ausdrückt: „Der Spirit ist uns wichtig.“

Kontakt: Erreichbar ist das Familienbüro unter Telefon 02153/898-5115 oder familienbuero@nettetal.de