Kreis Viersen – Mangel an Impfstoff: Erstimpfungen aktuell kaum möglich

Im Impfzentrum des Kreises kann in den ersten Juniwochen fast nur noch Impfstoff für die Zweitimpfung verimpft werden. Erstimpfungen sind vorerst wegen des bundesweit zu knappen Impfstoffs kaum noch möglich. Gleichwohl will die Bundesregierung vom 7. Juni an bundesweit die Priorisierung beim Impfen aufheben.

Landrat Dr. Andreas Coenen erklärt: “Wer jetzt die Impfpriorisierung aufhebt, sendet ein falsches Signal. Bei den Menschen wird die Erwartung geweckt, jede und jeder könne nun endlich geimpft werden. Davon sind wir aufgrund des jetzt wieder knapper werdenden Impfstoffs jedoch weit entfernt. Leidtragend sind besonders diejenigen Menschen, die bislang das Recht zu einer priorisierten Impfung haben. Vielen von ihnen konnte noch immer kein Impfangebot gemacht werden. Wird die Impfpriorisierung aufgehoben, müssen sie auch noch mit der Gesamtbevölkerung um Termine konkurrieren. Besser wäre es, die Priorisierung erst aufzuheben, wenn der Großteil dieser Menschen ein Impfangebot bekommen hat.”

Im Kreis Viersen warten noch rund 3500 Menschen aus Gruppen mit priorisierter Impfberechtigung auf einen Termin über die “Impfbrücke”. Auf diesem Weg konnten priorisierte schwer Vorerkrankte, Kontaktpersonen von Schwangeren oder Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen ihre Mobilfunknummer hinterlegen und über eine SMS nach Zufallsprinzip ein sehr kurzfristiges Angebot für eine Impfung erhalten. Durch den Erlass vom 21. Mai hat das Land festgestellt, dass auch zusätzlich aus einem Vial gewonnene Dosen nicht mehr an die über die “Impfbrücke” priorisierten Personengruppen verimpft werden dürfen. Mobilfunknummern, die noch in der “Impfbrücke” des Kreises eingetragen sind, bleiben gleichwohl bestehen.