Mobilitätskonzept Nettetal: Projektbeirat diskutiert Ziele einer zukünftigen Mobilität

Screenshot: Homepage Mobilitätskonzept

Der Projektbeirat für das Mobilitätskonzept der Stadt Nettetal kam am Mittwochabend zu seiner ersten Sitzung zusammen. Auf Einladung der Stadt traf sich die Lenkungsgruppe mit Vertretern der politischen Parteien, Interessengemeinschaften, Bürgerinitiativen und Fachverbänden, um gemeinsam mit den durchführenden Büros IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH (IGS), PTV Planung Transport Verkehr AG (PTV) und der P3 Agentur für Kommunikation und Mobilität (P3) den gesamten Prozess zur Aufstellung des Mobilitätskonzeptes, die Planungsgrundsätze sowie vorläufige Ziele zu besprechen. Dabei sollte die erste Sitzung richtungsweisend werden. Denn von den Teilnehmenden wurde erwartet, im Verlauf der Sitzung bereits konkrete Ziele zu formulieren und Schwerpunkte für die zukünftige Mobilität in Nettetal zu setzen. Nettetals Bürgermeister Christian Küsters freut sich über den Startschuss: „Es geht endlich los. Die Mobilität wird sicher eines der dominanten Themen der laufenden Ratsperiode sein. Wir brauchen neue Angebote und Alternativen zum herkömmlichen, oftmals motorisierten Individualverkehr und eine Gleichstellung zwischen den Fortbewegungsmitteln. Mit dem Mobilitätskonzept stellen wir die Weichen für das Angebot der nächsten zehn bis 15 Jahre.“

Bürgerbeteiligung: Onlinetool Wegedetektiv lädt Bürger zur Teilnahme ein

Auch die Bürgerinnen und Bürger Nettetals sind gefragt, ihre Meinungen und Anregungen in das Mobilitätskonzept einfließen zulassen. Über die Online-Plattform ‚Wegedetektiv‘ können ab Montag, 14. Juni bis Ende August Eingaben zu verschiedenen Mobilitäts-Kategorien gemacht werden. Der ‚Wegedetektiv‘ ist ab dem 14. Juni auf der Projekthomepage moko-nettetal.planerbuero.de zu finden. Die Anregungen und Ideen werden anschließend ausgewertet und als Grundlage für eine Bürgerwerkstatt nach den Sommerferien verwendet.

Breit angelegte Beteiligung

Sowohl der Projektbeirat als auch der ‚Wegedetektiv‘ sind Bausteine einer frühzeitigen und breit angelegten Beteiligung der Bevölkerung und aller relevanten Akteure, die den gesamten Prozess zur Erstellung des Mobilitätskonzeptes kennzeichnen. So sind regelmäßige Treffen des Projektbeirats sowie je zwei Bürgerwerkstätten in drei Ortsteilen geplant: eine zu Beginn des Prozesses und eine weitere im späteren Verlauf, die den Entwurf der Ergebnisse zum Inhalt haben wird. Das mehrstufige Beteiligungsverfahren soll gewährleisten, dass im Projekt Maßnahmen entwickelt werden, die das Problemempfinden der Personen vor Ort aufgreifen.

Zum Hintergrund:

Der ursprüngliche Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Nettetal stammt aus dem Jahr 1995 und legt den Schwerpunkt auf den motorisierten Individualverkehr. Dieser soll auch in den Folgejahren nicht unbeachtet bleiben. Jedoch lassen sich auch große Potenziale beim Rad- und Fußverkehr (Nahmobilität) erkennen, welche genutzt werden sollen. Darüber hinaus soll das integrierte Mobilitätskonzept eine ganzheitliche Strategie unter Einbezug aller Verkehrsmittel darstellen, wobei die Vernetzung und der Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs, der Elektromobilität, Konzepte wie Bürgerbusse und die Barrierefreiheit ein wesentlicher Punkt sein sollen. Ein weiterer Faktor ist die Erreichbarkeit einzelner Stadtteile und potentieller Wohngebiete sowie eine Anpassung der Parkmöglichkeiten in der Stadt Nettetal.

Das Mobilitätskonzept soll die Erarbeitung und zeitliche Planung eines wünschenswerten Optimal- / Zielzustandes beinhalten, sowohl für die innerstädtische Mobilitätsentwicklung als auch für die Entwicklung der regionalen Mobilität und eine entsprechend zusammengeführte Betrachtung der beiden Bausteine. Zur Erreichung der beschriebenen Ziele soll im Sinne einer integrierten Gesamtstrategie ein Prozess zur Aufstellung eines Mobilitätskonzeptes aufgesetzt werden. Eine integrierte Betrachtung aller Verkehrsarten und -träger wird dabei vorausgesetzt sowie der Einbezug der kommunalen mobilitätsrelevanten Aktivitäten.

Prozessablauf: Bestandsaufnahme, Szenarien, Maßnahmenplan

  • Die beauftragten Ingenieurbüros werden parallel zur Zieldefinition eine Bestandsaufnahme durchführen und sämtliche verfügbare Daten und Informationen, die für die Bearbeitung des Mobilitätskonzeptes benötigt werden, auswerten.
  • Ergänzend werden Erhebungen zur derzeitigen Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsnachfrage durchgeführt. Auf Basis der Auswertungen, der beschlossenen Ziele und Planungsgrundsätze werden verschiedene Analysen zu Mängeln und Konflikten durchgeführt, die unter anderem eine Verträglichkeitsanalyse, Verkehrssicherheitsanalyse, Erreichbarkeitsanalyse, Verkehrsqualitätsanalyse, Parkraumanalyse und eine Angebotsanalyse der einzelnen Verkehrsarten umfassen.
  • Anhand mehrerer Entwicklungsszenarien werden Aussagen zur Prognose des Mobilitätsverhaltens und damit der Verkehrsentwicklung getroffen.
  • Die Betrachtung aller Szenarien bilden eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Handlungskonzepten für die Stadt Nettetal, das in Teilkonzepte für den Kfz-Verkehr (ruhend und fließend), den Radverkehr, den Fußverkehr und den ÖPNV untergliedert wird. Dazu werden an neuralgischen Punkten für gewisse Zeiträume auch automatisierte Messungen durchgeführt.
  • Diese dienen dann als Diskussionsgrundlage, um mit dem Projektbeirat, aber auch mit der Bevölkerung die Ausrichtung der Mobilität in Nettetal zu diskutieren. Ziel ist es, einen Konsens über die zukunftsfähige Ausrichtung der Mobilität zu erzielen.
  • In einem Maßnahmenplan werden die zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts erforderlichen Einzelmaßnahmen zusammengestellt und bezüglich ihrer zeitlichen und finanziellen Realisierbarkeit bewertet. Damit soll abschließend ein Handlungskonzept für die Stadt Nettetal vorliegen, an dem sich die verkehrlichen Detailplanungen der nächsten rund 15 Jahre orientieren können.