Nettetal: Retentionsfilter am Quellensee geplant

Das ökologische Gewässersystem in Nettetal – wie hier der Quellensee – wird dadurch entlastet. Foto: Stadt Nettetal

Ein geplanter Retentionsbodenfilter am Quellensee in Breyell beschäftigte die Mitglieder des Nettetaler Ausschusses für Stadtplanung und Mobilität. Dr. Ulrich Otto vom Niersverband stellte das mit 6,8 Millionen Euro veranschlagte Bauvorhaben vor, das bis 2025 zur Lindenallee hin in Betrieb genommen werden soll. Die Filtergrube bindet über Eisenhydroxid Phosphor aus dem Abwasser und entlastet damit ökologisch das Nettewassersystem. „Das Phosphor verursachen wir alle durch unsere Ausscheidungen“, sagte der Experte auf Nachfrage aus der Politik, weshalb die Phosphorbelastung auch in Nettetal so hoch und die geplante Reinigungsstufe notwendig sei. Der Nährstoff Phosphor, der ferner in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt wird, führt in Gewässern zu ausuferndem Pflanzenwachstum – ein Phänomen auch in den Netteseen.

Dr. Otto, der beim Niersverband die Abteilung Abwasser leitet, erläuterte, dass der Verband den Phosphorgehalt im Bereich Mischwassereinleitungen über verschiedene Klärvorgänge in Nettetal bereits von ursprünglich 650 kg/Jahr auf die Hälfte reduziert hat. Die Filteranlage am Nattergraben nahe Quellensee sei ein weiterer Baustein, diese Zahl weiter zu reduzieren.

Auf die Anmerkung des Ausschuss-Vorsitzenden Willi Pollmanns, dass das Phosphor-Filterbecken „das Landschaftsbild im Sassenfeld total verändert“, entgegnete Dr. Otto: „Die Filteranlage wird fast bodengleich angelegt, lediglich das Pumpwerk geht in den Hochbau.“ Holger Michels (CDU) wollte mit Blick auf das sensible Landschaftsbild wissen, ob es einen Alternativstandort für die Anlage gibt, die sich über 3,6 Hektar erstreckt. Das habe der Verband in enger Abstimmung mit der Stadt geprüft, der Standort sei allerdings alternativlos, so Dr. Otto. Für den Betrachter sei vor allem eine schilfbewachsene Fläche zu sehen.

Ob der 1,80 Meter hohe Zaun aus Stabgittern nicht ein Hindernis für Tiere sei, interessierte Guido Gahlings (Grüne). „Kleintiere kommen durch“, so der Wasserexperte. Der Zaun sei aber wichtig zum Schutz gegen spielende Kinder oder Hunde, die erfahrungsgemäß zwar rein, aber nicht mehr rauskämen. Auf Nachfrage von Gahlings berichtete Dr. Otto, dass das Filtermaterial nach 30 bis 50 Jahren ausgetauscht werden muss und der für die Filtergrube ausgehobene Mutterboden weiterverwertet wird, sofern er nicht belastet sei.  Eine Hecke statt eines Zauns sei nach negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit keine Alternative, so Dr. Otto auf Nachfrage von Michael Meerkötter (Grüne). Einstimmig beschloss der Ausschuss, über die Änderung des Flächennutzungsplans „östlich Lindenallee“ den Weg frei zu machen für die Retentionsbodenfilter. Nun werden die Bürger eingebunden und die Behörden beteiligt.