Sirenen-Alarm & Lautsprecherdurchsagen: Tönisvorst setzt auf Warnmittel-Mix

Nach den verheerenden Unwettern im Westen Deutschlands wird darüber diskutiert, ob ausreichend gewarnt wurde. Auch vor dem Hintergrund, dass in vielen der betroffenen Katastrophen-Gebieten das Mobilfunknetz zusammengebrochen war. Wie informiert die Stadt Tönisvorst in einem solchen Fall – und was für „Lagen“ könnten prinzipiell in der Apfelstadt auftreten?

Wie werde ich gewarnt kann ich mich informieren, wenn Strom – und Mobilfunknetz ausfallen: Sirenen-Alarm & Lautsprecherdurchsagen

Grundsätzlich gilt: Bei einem Spannungsausfall ist davon auszugehen, dass auch das Mobilfunknetz ausfällt. Deshalb erfolgt der „Weckruf“ der Bevölkerung mittels Warnsirene oder aber mittels Lautsprecherdurchsagen durch Fahrzeuge.

So hält die Apfelstadt auf ihrem Gebiet insgesamt 10 Warnsirenen vor und deckt damit beide Ortsteile vollständig ab. Diese Anlagen werden auch beim Probelalarm an jedem ersten Samstag im Monat einer Funktionsprüfung unterzogen – unabhängig vom landesweiten oder bundesweiten Warntag.

Welcher Signalton bedeutet was? Ein einminütiger Dauerton bedeutet Entwarnung. Ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton bedeutet hingegen „Gefahr – Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten“. An den offiziellen Warntagen des Landes oder Bundes hört man immer die Abfolge Entwarnung – Warnung (auf- und abschwellender Heulton) – und dann wieder Entwarnung. Beim normalen Probelalarm an jedem ersten Samstag im Monat im Stadtgebiet hört man einen einminütigen, gleichbleibenden Dauerton, der zweimal unterbrochen ist. Das ist auch der Ton, der zur Alarmierung von Einsatzkräften bei größeren Lagen genutzt wird (Einsatzkräftealarm). Fazit: Merken sollte man sich auf alle Fälle den auf- und abschwellenden Ton. Der bedeutet nämlich – wie oben bereits erwähnt – „Gefahr – Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten“. Weitere Details sind unter
https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung-und-sirenen/sirenen hinterlegt.

Warndurchsagen des Bevölkerungsschutzes

Als weiteres Mittel gibt es Durchsagen mittels der Einsatzfahrzeuge des Bevölkerungsschutzes. Dafür hat die Stadt Tönisvorst entsprechende Einsatzfahrzeuge mit Lautsprechern bestückt, die dann mit Warntexten die Gebiete abfahren und informieren.

Das batteriebetriebene Radio

Im Ereignisfall geben Kreise und Kommunen darüber hinaus Warntexte an Welle Niederrhein und den WDR, erreichbar unter den Frequenzen

  • 100,6 MHz (Welle Niederrhein) sowie
  • 99,2 MHz (WDR)

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Stadt Tönisvorst immer wieder, grundsätzlich ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät oder ein Kurbelradio mit UKW- und Mittelwellenempfang bereit zu halten. Denn: Im Notfall will man auf dem Laufenden bleiben und in Katastrophenfällen bleibt oft nur das Radio als Hauptwarnmittel. Auch vor dem Hintergrund, dass Festnetz und Mobilfunk ausfallen können.

Weitere Elemente der Warn-Infrastruktur: Die Warn-App NINA mit Push-Nachrichten

Solange Strom und Mobilfunknetz funktionieren, kann man die Warn-App NINA nutzen. Die kündigt anstehende Unwetterereignisse an oder aber im Ereignisfall eine Gefahrenwarnung – bundesweit. NINA – die Notfall-Informations- und Nachrichten-App – ist eine vom BBK (Bundesamt für Bevölkerungs- und Katstrophenschutz) zur Verfügung gestellte Warn-App. Bei NINA kann man zwischen einer Karten- oder einer Listenansicht auswählen. In beiden Ansichten werden alle aktuellen Warnmeldungen von Bund und Ländern angezeigt. Alle Warnungen enthalten folgende Inhalte:

  • den Zeitpunkt der Warnung beziehungsweise der letzten Aktualisierung
  • den betroffenen Bereich
  • den Inhalt der Warnung: Wovor wird gewarnt?
  • eine Handlungsanweisung mit Verhaltenshinweisen der herausgebenden Behörde beziehungsweise Leitstelle
  • Details zur meldenden Behörde oder Leitstelle

Das aber ist nicht das Einzige, was NINA bietet: Im Bereich „Notfallkontakte“ kann man Kontakte hinterlegen, um im Notfall schnell Familie, Freunde und Bekannte per SMS oder E-Mail zu informieren. Über das Teilen-Symbol kann eine Warnung oder Information darüber hinaus über Social Media-Kanäle wie Facebook und Twitter verschickt werden.

Alle Warnungen funktionieren auch als Push- Benachrichtigung: NINA löst dann einen Alarm aus, um Nutzer*innen auf eingehende Warnungen aufmerksam zu machen. Verhaltenshinweise und Empfehlungen im Falle eines Falles hält NINA im Navigationsbereich „Notfalltipps“ bereit.

Wo man NINA erhält? Beispielsweise bei Google Play Store oder bei iTUNES. Nähere Infos zur Warn-App gibt es auch unter www.bbk.bund.de/NINA. Aber: NINA kann nur bei bestehender Datenverbindung warnen. Kein Empfang heißt also: keine Warnung.

Was für „Lagen“ könnten prinzipiell in der Apfelstadt auftreten?

Das wohl für die Apfelstadt wahrscheinlichste Szenario ist ein lang anhaltender Stromausfall – sprich mindestens über mehrere Tage. Weitere mögliche Szenarien für die Apfelstadt: Gefahrstoffaustritt, Evakuierung aufgrund eines Kampfmittelfundes oder aber der GAU in einem Kernkraftwerk.