Stadtratsbeschluss zum CAMPUS-Projekt: Nächste Beratung hierzu im Oktober

Über 80 Zuhörer*innen waren gestern zur Ratssitzung gekommen. Auslöser: Die Idee, im Bereich des Wasserturms einen CAMPUS mit weiterführenden Schulen und Verwaltung zu errichten – und auf den dafür freiwerdenden Grundstücken drei Klimasiedlungen mit insgesamt 320 Wohneinheiten zu errichten. Insbesondere mit Blick auf die Klimaquartiere und die klimafreundlichen Schulneubauten verwies der Bürgermeister darauf, dass es „bei dieser Idee um mehr geht, als nur neue Schulgebäude oder einen Verwaltungsneubau“. Zugleich trat der Bürgermeister Gerüchten entgegen, dass eine Entscheidung anstünde: „Es hier und heute nicht darum, eine Entscheidung zu fällen. Es geht nicht um eine Anzahl von Geschossen oder Parkplätzen. Sondern wir möchten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diese Fragen erarbeiten“ und verwies dabei auf Workshops und eine interaktive Website zum CAMPUS-Projekt, die in Kürze online geht.

In diesem Sinne rief der Bürgermeister auch jeden einzelnen Bürgerantrag zum CAMPUS nach § 24 GO auf und ließ gezielt darüber beraten.

Verwaltungsvorschlag zu den einzelnen Anträgen?

„Dass der Rat beschließt, dass die Einwohner der Stadt zeitnah durch entsprechende Bürgerbeteiligungsverfahren zum Projekt eingebunden werden und eine Entscheidung zur möglichen Umsetzung des Campusprojektes nur getroffen werden kann, soweit alle offenen Fragen geklärt sind“ – ergänzt um den Schwerpunkt des jeweiligen Bürgerantrages hierzu. Auf diese Weise wurden alle Bürgeranträge zum CAMPUS-Projekt beschlossen. Der Stadtrat folgte einstimmig dem Verwaltungsvorschlag – ergänzt um eine Einwohnerversammlung gemäß § 4 der Hauptsatzung der Stadt Tönisvorst. Diese soll – so der anschließende mehrheitliche Ratsbeschluss – nach den Workshops und Klärung inhaltlicher Fragen stattfinden. Zugleich verwies der Stadtrat mehrheitlich die weitere Beratung des Themas in den zuständigen Fachausschuss – dem BaGeLi (Bauen, Gebäudemanagement und Liegenschaften) am 5. Oktober, der dann um diesen Tagesordnungspunkt erweitert wird. Aufgrund des großes Interesses aus der Bevölkerung will die Stadtverwaltung diesen Fachausschuss in das Forum verlegen.

In wenigen Tagen geht die interaktive Karte online, auf der die Einwohner*innen ihre Anregungen zu der Idee eines CAMPUS eintragen können. Nachfolgend sind dann Workshops mit den Schulen, Kitas und der Allgemeinheit geplant.

Zum Hintergrund:

Entstanden ist die Idee für einen Schulneubau im Rahmen der Haushaltsberatungen 2021 im Stadtrat: Angesichts der notwendigen Summen für die Gebäudeunterhaltung – rund 14 Mio Euro-, erhielt die Verwaltung Ende April den Auftrag, die Maßnahme “Fachraumzentrum” in “Zukunftsprojekt Schulbau weiterführende Schulen” umzuwandeln. Sprich: Anstatt Geld in einzelne Maßnahmen für Altgebäude zu investieren, zu prüfen, ob es sinnvoller sein könnte, das Geld direkt in Neubauten zu investieren.

Am 1. Juli hat die Verwaltung dann die Ausarbeitung im Stadtrat dazu öffentlich präsentiert, die seitdem öffentlich zugänglich im Netz steht. Jetzt nach den Sommerferien war der CAMPUS zum zweiten Mal Thema.

Der Beschluss für einen Verwaltungsneubau ist bereits im Dezember 2019 vom Stadtrat gefasst worden. Der Beschluss für den Standort am Wasserturm erfolgte im April dieses Jahres.